24.08.2010, 19:00 Uhr
Kaum eine andere bürgerliche Vereinigung existiert so lange und ist so geheimnisumwittert wie die Freimaurerei. Dass es die Logen gab, war der Öffentlichkeit zwar früh bekannt, im Dunkeln blieb jedoch, was ihre Mitglieder verband, was den Reiz der Freimaurerei ausmachte und was es mit ihren Ritualen auf sich hatte.
Mit diesem Mythos beschäftigt sich Marcus Meyer in seiner Studie »Bruder und Bürger«. Mit Blick auf die Hansestadt Bremen untersucht der Historiker die Entwicklung der Freimaurerei von der Zeit der bürgerlichen Aufklärung des 18. Jahrhunderts bis zu ihrer Reorganisation nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Er zeigt auf, inwiefern die Werte, auf die sich die Freimaurer beriefen, das bürgerliche Selbstverständnis der jeweiligen Zeit widerspiegelten und wie die Ideale, die die Freimaurer durch die Jahrhunderte unter »wahrer Bürgerlichkeit« verstanden und in ihren Logen zu verwirklichen suchten, lange durch verzerrte Selbst- und Fremdbeschreibungen verstellt wurden.
»Bruder und Bürger« knüpft als erste kritische Darstellung der Bremer Freimauerei an die erfolgreiche Ausstellung »Licht ins Dunkel – die Freimaurer und Bremen« im Focke-Museum von 2006 an. Dabei ermöglicht die Studie im Hinblick auf die Wechselwirkung zwischen Freimaurerei und bürgerlicher Gesellschaft auch neue Erkenntnisse über die Geschichte des deutschen Bürgertums.
Dr. Marcus Meyer, 1975 in Winsen an der Luhe geboren, studierte Geschichte, Politikwissenschatfen und Soziologie in Berlin und Bremen. Der Historiker hat diverse Studien zur Regionalgeschichte des Bürgertums und des Nationalsozialismus veröffentlicht. Das vorliegende Werk wurde mit dem Bremer Preis für Heimatforschung 2010 ausgezeichnet.
Veranstaltungsort: Zentralbibliothek / Wall-Saal Zugang außen über Am Wall
Kosten: Eintritt frei
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