1992 übernimmt Barbara Lison die Leitung der Stadtbibliothek und beginnt die Modernisierung und betriebliche Konsolidierung durch Netzverkleinerung. Sie führt die Kosten- und Leistungsrechnung und Elemente der Verwaltungsreform ein. Die Umstellung zum Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen wird vorbereitet.
1992-94 kommt es zum Abbau von 2.000 Stellen im bremischen öffentlichen Dienst, der die Stadtbibliothek in besonderem Maße trifft. In den Folgejahren müssen vier der fünf Patientenbibliotheken geschlossen werden. Nachdem auch die Schließung aller Jugend- und Schulbibliotheken droht, beschließt der Senat die Abordnung von zwanzig Lehrkräften zur Stadtbibliothek zur Aufrechterhaltung dieser Einrichtungen.
1995 wird die Stadtbibliothek Neustadt als erste Einrichtung in Bremen auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt.
Im Januar 1997 beschließt die Deputation für Wissenschaft und Kunst das Konzept zur Neustrukturierung der Stadtbibliothek. Konsequenz dieses Konzeptes "einer effektiveren Auslastung von Ressourcen" ist die Schließung der Stadtteil-Bibliotheken Blumenthal, Horn-Lehe, Östliche Vorstadt, Hemelingen und Walle, der Jugend- und Schulbibliothek Parsevalstraße sowie die Übernahme der Graphothek durch die Städtische Galerie.
1999 wird die Stadtbibliothek in einen Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen umgewandelt. Die Stadtteilbibliothek West wird in einem eigenen Gebäude an der Lindenhofstraße eröffnet. Nach 30 Jahren wird erstmals wieder ein speziell für Bibliothekszwecke errichtetes Haus bezogen!
2001 gehören zum Bibliotheksnetz neben der Zentralbibliothek mit Musikabteilung und Krimibibliothek: sieben Stadtteil-Bibliotheken, neun Jugend- und Schulbibliotheken, die schulbibliothekarische Arbeitsstelle, die Busbibliothek mit acht Haltestellen sowie Bibliotheken in der Justizvollzugsanstalt und im Zentralkrankenhaus Ost.
Der Umzug der Zentralbibliothek Schüsselkorb in das ehemalige Polizeihaus Am Wall 201 und die Rückführung der Graphothek ins Netz der Stadtbibliothek werden vom Bremer Senat beschlossen.
2002 wird das hundertjährige Bestehen der Stadtbibliothek Bremen mit einem Festakt im Bremer Rathaus begangen. Im Herbst erfolgt der erste Spatenstich für den Umbau des Alten Polizeihauses für die neue Zentralbibliothek.
2003 zieht die Stadtbibliothek Vahr in das modernisierte Einkaufszentrum "Berliner Freiheit" und die Stadtbibliothek Huchting auf das Dach des "Roland-Centers". Beide Einrichtungen können in der Folge ihre Leistungszahlen erheblich steigern.
Am 6. Oktober 2004 wird die neue Zentralbibliothek im Forum Am Wall 201 eröffnet. Mit dem Einzug in das Polizeihaus wird auch die automatische Ausleihverbuchung erstmals eingeführt. Acht Ausleihgeräte und vier Rückgabegeräte sind im Einsatz. Die gemessenen Spitzenwerte für die Verarbeitung lagen bei 800 SB-Ausleihen und 720 SB-Rückgaben in der Stunde.
2005 legt der Senator für Kultur nach mehrjähriger Diskussion um den Erhalt der Zweigstellen Osterholz und Lesum das neue Bibliothekskonzept "1-plus-4-plus-2" vor. Dieses sieht den Erhalt der neuen Zentralbibliothek, der vier Stadtteilbibliotheken Huchting, Vahr, Vegesack und West sowie der beiden Nachbarschaftsbibliotheken Lesum und Osterholz vor.
2010 startet die Stadtbibliothek mit einem neuen Internetauftritt in das Web 2.0. Die Bibliothek in Vegesack wird zur modernsten Zweigstelle ausgebaut und zusammen mit der Bibliothek in Huchting auf die Selbstverbuchungstechnik umgestellt. Im April feiert die Graphothek das 35-jährige Jubiläum mit einer großen Kunstausstellung.
Vorherige Epoche:
Martha Höhl 1976 bis heute